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Die Großstadt aus der Sicht eines Flaneurs
 
Die Großstadt aus der Sicht eines Flaneurs
 
Die Großstadt aus der Sicht eines Flaneurs
 
Die Großstadt aus der Sicht eines Flaneurs
 
Die Großstadt aus der Sicht eines Flaneurs
 
Die Großstadt aus der Sicht eines Flaneurs
 
Installation zum Thema
 
Installation zum Thema
 
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Installation zum Thema
 
Installation zum Thema Konflikt ISmus Time Ego
 
Von der Verlorenheit der Dinge
 
Von der Verlorenheit der Dinge
 
Von der Verlorenheit der Dinge
 
Von der Verlorenheit der Dinge, Detail
 
Von der Verlorenheit der Dinge, Fototeppich für Michael B.

 

     
 

Installationen

Sorgfältig geordnet sind die Fotos abgestorbener Äste und ausgeblichener Knochen, nunmehr kaum zu unterscheidende Reste von Natur und Lebewesen. Sorgfältig sind in Kisten auf schwarzem Grund gleichsam aufbewahrt wie in einem Sarkophag oder Reliquienschrank. Sakral anmutend und zugleich systematisch wie zum Zweck einer wissenschaftlichen Bearbeitung.

Prägnant auch die Organisation des fotografierten Werkzeugs, das zu scheinbar höherem Sinn sorgfältig auf dem Fußboden ausgerichtet ist. Gleichsam ein Verwirrspiel von Ordnung und Sinn, Gegenstand und Bild.

Dort begegnen uns Fotografien, die eine verrottete Tasche zeigen, eine Kiste mit toten Mäusen, von der Natur abgeschliffene Steine, teils in abgewetzten Holzkisten, teils in sauberen Kartons dargeboten. Angehäuftes, Chaotisches, Geordnetes, Bewahrtes, in Fotos Dokumentiertes, Archiviertes - was ist der Sinn dieser Sammlung?

Michael Ewens Installation steht den kultisch-magischen Vorstellungen des Mittelalters gewiß näher als dem Sammler von Telefonkarten. Auch er zeigt Naturalia und Artificialia, doch nicht vornehmlich erlesene Kostbarkeiten und seltene Fundstücke. Sein reales Museum versammelt auch nicht wie Malraux's imaginäre Schätze der Weltkultur, sondern erscheint wie ein existenzieller und zugleich romantischer Versuch, etwas Abgestorbenes, Bedrohtes vor dem endgültigen Verfall zu bewahren.

In seiner Präsentation überwiegt das Verweste, Zerbrochene, Zerstörte und scheinbar nutzlos Gewordene, das sich dem Akt des Konservierens, vor allem dem heute gültigen Lebensprinzip widersetzt, das nur noch dem Kreislauf von Erwerb - Verbrauch - Entsorgung gehorcht. Zwar waren wir nocn nie im Besitz von so vielen Dingen, existierte nie vorher eine vergleichbare Verfügbarkeit, doch ehe wir uns den Dingen aneignend nähern, sind sie bereits durch unser Leben geronnen, spurlos und alterslos...

Die Geste des Sammelns bewahrt sie vor diesem Schicksal, reißt sie auf dem Fluß der Vernutzung heraus, gibt ihnen Kontinuität und neuen Sinn. ...So sind weniger die Dinge selbst als vielmehr ihr Schicksal, die ihnen innewohnenden Prozesse - das Leben der toten Dinge - als Ausdruck des Vergehens ein Thema der Arbeiten Michael Ewens.

Margot Michaelis